Sword of Doom
Story: Scheinbar ohne festes Ziel durchwandert Samurai Ryunosuke Tsukue (Tatsuya Nakadai) das Japan im späten Edo-Zeitalter. Ohne Kompromisse streckt der emotionslose Killer alles und jeden nieder, der vor seine haarscharfe Schwertklinge tritt. Seine Kampftechnik ist von niemandem zu überwinden, weshalb Tsukue als unbesiegbares Mysterium gilt. Im Kampf beendet er das Leben des Samurais Utsugi, nachdem er dessen Frau geschändet hat. Getrieben von Rachegefühlen, will Hyoma (Yûzô Kayama), Utsukis Bruder, dem scheinbar wahllos mordenden Tsukue gegenübertreten. Ein blutiger Showdown kündigt sich an, auch weil Tsukue immer tiefer ins seinen brutalen Wahn verfällt...
Meinung und Hintergründe zum Film: "Sword of Doom" gilt als einer der Klassiker des japanischen Samuraikinos und wird häufig mit den Werken Akira Kurosawas verglichen, wobei Regisseur Kihachi Okamoto ("East Meets West") ein extrem verstörendes Bild der Geschehnisse zeichnet, was ihn von Kurosawa unterscheidet. Der Hauptcharakter, Samurai Ryunosuke Tsukue (Tatsuya Nakadai, "Zatôichi: The Last"), scheint als skrupelloser Killer auf dem Weg zu sein, die Bodycounts von Rocky und Rambo einstellen zu wollen. Egal, wer ihm vor die Klinge tritt, das Leben wird ad hoc durch einem Schwerthieb ausgelöscht. Gut 45 Minuten muss der Zuschauer mitansehen, was Tsukue anstellt. Er tötet, schändet und unterwirft ohne Unterlass. Die Eröffnungssequenz ist charakterisierend: Zu Beginn des Films eröffnet Okamoto seinen Streifen mit dem Spaziergang eines Greises und seiner Enkeltochter. Als sie Tsukue über den Weg laufen, streckt dieser ohne zu zögern den Alten nieder. Zurück bleibt die junge Frau. Ihre weitere Geschichte wird im Laufe des Films als beigeordneter Erzählstrang der Hauptstory hinzugefügt.
An "Sword of Doom" fällt die eindrucksstarke Bildsprache auf. Das Schwarzweiß der Aufnahmen zeigt harte Kontraste, die das Geschehen auf ihre gänzlich eigentümliche Weise einrahmen. Arthouse-Freunde werden den Klassiker zweifelsfrei mögen, denn "Sword of Doom" beinhaltet ebenso künstlerisch gestaltete Bilder, wie actionhaltige Schwertkampfszenen, deren aufwändige Choreographie als Unterscheidungsmerkmal zu typisch strukturierten Martial Arts-Reißern dient. Dem Regisseur gelingt es vortrefflich, das Interesse des Zuschauers an den Figuren über den gesamten Film aufrecht zu halten und dabei übliches Schwarzweiß-Denken oder Rollenklischees zu vermeiden. Fragen nach Tsukues Motiven und dem Grund seiner grenzenlosen Brutalität oder der Entwicklung seiner Gegnerschaft beschäftigen über lange Strecken - Tsukue ist nicht der typische Bösewicht! Jede Sequenz dient dem Vollenden eines Puzzlestücks, welches sich zum Filmende hin immer weiter offenbart
Regisseur Okamoto nimmt sich viel Zeit und Ruhe, um seine Hauptfigur, die immer tiefer in einen hasserfüllten Wahn zu versinken droht, zu behandeln. Darsteller Tatsuya Nakadai liefert stellenweise eine herausragende Leistung ab, indem er seinen Part mit einer unglaublichen Verbissenheit krönt, deren Ausdruck ein fantastisch wirrer Blick ist. Daher gelingt "Sword of Doom" die Etablierung des scheinbar wahllos mordenden Samurais, der sich in einem alles entscheidenden Showdown seinen Gegnern stellen muss. Ruhige Abschnitte, in denen Tsukue beispielsweise mit seiner Frau spricht, steuern ihren Teil zum Gesamteindruck der Figur ebenso bei, wie die blutigen Kampf-Elemente. "Sword of Doom" steuert bald auf ein Finale hin, dass jeden Fan brachialer Schwertkampf-Epen zufrieden stellen wird: Was lange aufgebaut wurde und stellenweise als befremdlich bzw. schwer zugänglich beschrieben werden kann, endet unfassbar dynamisch. DVD Aufarbeitung:
Das Label hat aus dem schon betagten Quellmaterial für diese DVD einiges herausgeholt. Starke Kontraste und überraschend gute Schärfewerte wissen zu überzeugen. Marginal auffälliges Bildrauschen stört nicht weiter. Im Tonbereich steht lediglich das japanische Original (Dolby Digital 2.0) zur Verfügung, welches durch deutsche Untertitel für ein Publikum ohne japanische Sprachkenntnisse verständlich wird.
Als Extra gibt es eine kurze Bildershow. Im Hinblick auf die Bedeutung des Streifens und seines Regisseurs, dem immerhin die Berlinale große Aufmerksamkeit schenkte, wäre an dieser Stelle ein größerer Umfang abgebracht. Fazit: "Sword of Doom" ist als Klassiker des japanischen Kinos ein Muss für diese DVD-Editon. Der Film überrascht durch ungewöhnlich umfangreich ausgearbeitete Inhaltselemente. Technisch ist die DVD in Ordnung, die Extra-Sektion ist zu mau, um überzeugen zu können.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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120:10 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Japanisch:  Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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| Deutsch |
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Bonusmaterial:
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 Sword of Doom Dai-bosatsu tôge
Inhaltlich ausgeprägtes Samurai-Drama Autor der Besprechung: Marcus Offermanns
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Japan, 1966 Regie: Kihachi Okamoto Drehbuch: Shinobu Hashimoto
Darsteller: Tatsuya Nakadai, Michiyo Aratama, Yûzô Kayama, Yôko Naitô, Tadao Nakamaru
Label : rapid eye movies DVD-Verleihstart : 05.11.2010 DVD-Verkaufsstart : 05.11.2010
Vertrieb : Kein Vertrieb bekannt DVD-Verleihstart : Kein Termin bekannt
DVD-Verkaufsstart : Kein Termin bekannt
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