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24 - Die Tragödie der Belladonna
rapid eye movies - Intro edition asien


Die Tragödie der Belladonna

Story:
Das junge Eheglück von Jeanne und Jean wird jäh zerrüttet, als der lokale Fürst auf sein Recht besteht, die Hochzeitsnacht mit der Braut zu verbringen. Daraufhin ziehen dunkle Wolken über die leidenschaftliche Beziehung. Schnell erliegt Jean dem Alkohol, woraufhin Jeanne weitestgehend auf sich allein gestellt ist. In ihrer Not erscheint Jeanne der Teufel. Dieser verleiht ihr mächtige Kräfte, was ihr großes Ansehen unter den Dorfbewohnern beschert. Als die junge Frau den Job ihres labilen Mannes übernimmt und als Steuereintreiber für den Fürsten arbeitet, regt sich unter den Bürgern der Verdacht, Jeanne sei von bösen Mächten besessen. Bald sieht sie sich weiteren Aggressionen ausgesetzt und muss um ihr Leben fürchten. Jede Verbindung mit den bösen Mächten hat ihren Preis.

Meinung und Hintergründe zum Film:
"Die Tragödie der Belladonna" ist eine japanische Animationsfilmproduktion aus dem Jahr 1973 und zeigt sich als interessantes Beispiel für künstlerisch vielseitig beeinflusste Werke für Erwachsene. Gerade zu diesem frühen Zeitpunkt galt der Animationsfilm im Allgemeinen als Kinder- oder Familienunterhaltung. Da verwundert es kaum, dass die Geschichte um die junge Jeanne, die den Verführungen und Manipulationen des Teufels ausgesetzt ist, auf harsche Reaktionen stieß. Das oftmals in freizügigen und expliziten Bildern geschilderte Drama lief sogar im Wettbewerb der Berlinale und konnte neben vielen positiv gerichtet Stimmen jedoch auch nicht wenige Schockreaktionen hervorrufen. Man war wohl nicht gewohnt, dass eine derart bedrückende Geschichte als Trickfilm mit entsprechend ausgefallenen visuellen Ausprägungen erzählt werden könnte.  

Seine Sache macht der ambitionierte Film jedoch recht gut, denn sowohl die Geschichte auf inhaltlicher Ebene, als auch (und vor allem) die visuelle Gestaltung des Streifens wissen zu beeindrucken. Das beiliegende Booklet berichtet von der Vorgehensweise, verschiedene Stile diverser Kunstepochen miteinander zu vermischen und durch minimalistische Animationen zu einem fertigen Film zu kombinieren. Zumindest der Look gefällt auf Anhieb, denn tatsächlich sind es beeindruckende und künstlerisch durchaus vielfältige Zeichnungen, die "Die Tragödie der Belladonna" bebildern. Wenn allerdings der Streifen aus heutiger Sicht als Animationsfilm bezeichnet wird, könnten falsche Erwartungen geschürt werden.

In Zeiten von Disney und Pixar, in denen sympathische Clownfische, ein lustiges Monster-Duo, wildgewordene Autos oder lebendige Spielzeuge die Leinwände bestimmen und größtenteils den Begriff "Animation" prägen, sind andere Formen dieser Technik eher in den Hintergrund geraten. Für viele Zuschauer fällt die Vorstellung schwer, dass es eine andere Welt der künstlich bewegten Bilder gibt, die nichts oder nur wenig mit Computereffekten zu tun hat. Und so bedarf es schon einer gehobenen Aufmerksamkeit, sich auf die kuriosen Bilder des Belladonna-Streifens einzulassen. Dieser arbeitet nämlich, wie das Booklet erneut weiß, weniger mit der klassischen Animation gezeichneter Bilder. Vielmehr sind mehrere Zeichnungen hintereinander angereiht worden, die via Zoom etc. bewegt werden. Als Ergebnis steht also kein klassischer Zeichentrick, sondern mehr das kunstvolle Arrangement mehrerer Werke, die eine zusammenhängende Geschichte erzählen. Gerade Zuschauer mit einem Faible für Malerei sollten hier einen Blick riskieren. Ein junges Publikum sollte aufgrund der expliziten Bilder die Finger von der DVD lassen, ein zu sehr auf "Unterhaltungsanimation" der Marke Pixar eingeschossenes Publikum wird wohl mit "Die Tragödie der Belladonna" keine erfreuliche Seherfahrung machen, da der Stil eher als arthaus-orientiert beschrieben werden muss.  

DVD Aufarbeitung:
Der Bildqualität merkt man das Alter des Films an. Diesen Schluss lassen matte Farbkontraste und zum Teil deutliche Unschärfen zu. Insgesamt wirkt das Bild daher dem Alter entsprechend, reicht jedoch für diese besondere Art des Animationsfilms aus. Im Tonbereich wird das japanische Original mit deutschen - optional einblendbaren - Untertiteln geboten.  

Als Special bietet die DVD eine "deleted scene" sowie den Kinotrailer an.

Fazit:
"Die Tragödie der Belladonna" erzählt die epische Geschichte der Verführung durch das Böse, der sich eine junge Frau ausgesetzt sieht. Stilistisch sicher interessant, ist das anspruchsvolle Konzept vor allem für ein Publikum mit Interesse an Malerei und Kunst zu empfehlen. Die Extras könnten umfangreicher sein, die technische Qualität der Disc ist ok, wobei das Alter jedoch zu sehen ist.

Daten zur DVD:

Dolby Digital 2.0
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,33:1
89:48 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Japanisch:

Dolby Digital 2.0


Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deleted Scene
  • Trailer

Intro edition asien -
Die Tragödie der Belladonna
Kanashimi no Beradona

Marcus Offermanns
Außergewöhnliches Animations-Drama aus dem Arthouse-Bereich
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Japan, 1973
Regie:
Eiichi Yamamoto
Drehbuch:
Yoshiyuki Fukuda, Eiichi Yamamoto
Darsteller:
-

Label Deutschland :
rapid eye movies
DVD-Verleihstart Deutschland :
01.10.2010
DVD-Verkaufsstart :
01.10.2010

Vertrieb Schweiz :
Kein Vertrieb bekannt
DVD-Verleihstart Schweiz :
Kein Termin bekannt
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
Kein Termin bekannt




Special vom: 15.12.2010
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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