Edgar Wallace Edition 3 - DVD 4: Der Zinker
Story:
Wer behauptet, Verbrechen zahlt sich nicht aus, hat noch nie von den Methoden des „Zinkers“ gehört, der aus den Machenschaften von Ganoven Kapitel schlägt, indem er sich für sein Schweigen gegenüber der Polizei bezahlen lässt. Das ganze soll jedoch beendet werden, als der Halunke Larry Greame (Michael Chevalier) hinter die Identität der meistgehassten Person in der Unterwelt kommt. Doch noch bevor er diese Information weitergeben kann, wird er durch das Gift einer Schwarzen Mamba getötet. Inspektor Bill Elford (Heinz Drache) von Scotland Yard nimmt die Ermittlungen bei diesem Tod auf und eine erste Spur führt ihn in die Tiergroßhandlung von Mrs. Mulford (Agnes Windeck), von der aus es aber noch ein weiter Weg bis zur Lüftung des Geheimnisses wird.
Meinung zum Film:
Nachdem Drehbuchautor Harald G. Petersson bei den letzten beiden Wallace-Verfilmungen die Dreharbeiten rettete, indem er die vorliegenden Skripte noch einmal grundlegend überarbeitete, gab man ihm nun gleich von Anfang den Auftrag, auf Basis eines Treatments des alten Spezis Egon Eis das Script für die „Zinker“-Verfilmung zu verfassen. Die Regie übernahm zum 3. Mal in Folge Alfred Vohrer, der mit Eddi Arent, Klaus Kinski, Siegfried Schürenberg und Jan Hendriks erneut auf drei für die Wallace-Filme abonnierte Darsteller zurückgriff, die ihrem Regisseur in seinen drei aufeinanderfolgenden Produktionen zur Verfügung standen. Als Held tritt zum zweiten Mal nach der „Tür mit den 7 Schlössern“ Heinz Drache in einer Rialto-Wallace-Produktion auf.
Die Geschichte ist durchaus spannend inszeniert, kann mit einigen stimmungsvollen Szenen aufwarten und hat mit Klaus Kinski einen grandiosen stummen Psycho, der seinem Publikum problemlos in Alpträumen den Schlaf rauben könnten. Überraschend ist die Art, mit der Heinz Drache den Inspektor Elford verkörpert, denn er ist nicht mehr so unabdinglich gentlemen-like der feine Brite, sondern kann auch schon mal recht deutliche und zynische Worte fallen lassen, die man in dieser Form vielleicht nicht erwartet hätte. Neben den spannungsvollen Momenten gibt es allerdings auch immer wieder kurze Spannungsdurchhänger in der ein oder anderen langatmigen Passage, die dem Film die obersten Weihen verwehrt.
Ganz neue Wege entschloss man sich bei dem Bildformat zu gehen, um gegenüber der starken Krimi-Konkurrenz herauszustechen. Mit dem Scope-Verfahren, das ein Bildverhältnis von 2,35:1 anstelle des gewohnten 1,66:1 ermöglichte, konnte man noch mehr die Stimmung der Zuschauer durch die Bilder beeinflussen und noch mehr Schauer über ihren Rücken jagen. Neu war auch, dass die Produktion nun über die Rialto Film Preben Philipsen Filmproduktion und Filmvertrieb GmbH & Co. KG, Berlin/West erfolgte, da man sich entschloss, von der Alster an die Spree zu ziehen – in erster Linie auf Drängen des mächtigen Mannes hinter den Wallace-Filmen, Horst Wendlandt, der, vielleicht durch die frische Berliner Luft inspiriert, für ein Stück Filmgeschichte sorgte. Den markanten Spruch aus dem Ende des „Gasthaus an der Themse“, wo Alfred Vohrer sein markantes „Hallo! Hier spricht Edgar Wallace!“ im Off spricht, unterlegte er mit donnernden Maschinengewehr-Schüssen und roten Flecken, die wie Blutspritzer wirken. Und selbst wer noch nie einen Edgar Wallace-Film der Rialto gesehen hat – diese Sequenz hat bestimmt jeder schon mindestens einmal in welchem Zusammenhang auch immer gesehen oder gehört.
DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist hervorragend gelungen. Eine gesunde Schärfe, fehlendes Rauschen und keine Verschmutzungen sind ein eindeutiger Beleg für sorgfältige Aufarbeitung. Der Ton ist beim „Zinker“ das erste Mal in der Serie dem Bild ebenbürtig und kommt klar verständlich ohne Verzerrungen aus den Lautsprechern.
Bonusmaterial ist keines auf der Disk vorhanden.
Fazit:
„Der Zinker“ ist ein solider, spannender Film der Reihe, der allerdings auch ein paar Längen aufzubieten hat und dadurch nicht zu den ganz großen gehört. Geschichte schrieb er aber auf jeden Fall als erster Scope-Film der Reihe und noch viel mehr durch den ersten mit Maschinengewehr-Schüssen und Farbklecksen unterlegten Gruß Wallaces, der zu einem festen Bestandteil der deutschen Unterhaltungsszene wurde. Die DVD ist erstmals rundum gelungen und bietet wirklich keinen einzigen Kritikpunkt.
Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
2,35:1
|
89:02 Minuten
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch: Dolby Digital 2.0
|
Englisch: Dolby Digital 2.0
|
Untertitel:
|
|
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
|
Bonusmaterial:
|
|
|
|  |
Der Zinker
Der Zinker
Eine markante Stimme, ein paar Maschinengewehr-Salven und Farbe – so entsteht Filmgeschichte!
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr: Deutschland / Frankreich, 1963
Regie: Alfred Vohrer
Drehbuch: Harald G. Petersson (nach dem Roman "The Squeaker" von Edgar Wallace)
Darsteller: Heinz Drache, Barbara Rütting, Günter Pfitzmann, Jan Hendriks, Eddi Arent, Klaus Kinski, Inge Langen, Siegfried Schürenberg, Albert Bessler
Vertrieb : Universum Film
DVD-Verleihstart : 22.11.2004
DVD-Verkaufsstart : 22.11.2004
Vertrieb : Impuls Home Entertainment
DVD-Verleihstart : 22.11.2004
DVD-Verkaufsstart : 22.11.2004
|